Wohn- und Gewerbequartier Marienhöfe: Mehrere weiße achtstöckige Wohnhäuser mit dunklen Fensterbändern stehen direkt an einem grünen Parkgelände. Bild mit KI erstellt.

Bild mit KI erstellt.

Marienhöfe.

Wärmenetz mit Abwärme aus einem Rechenzentrum für ein ganzes Quartier

Im Stadtteil Mariendorf entsteht bis 2028 eines der größten Neubauquartiere der Stadt. GASAG Solution Plus realisiert für den Projektentwickler RS GmbH & Co. Immobilien II KG ein Wärmekonzept mit Rechenzentrumsabwärme, Wärmepumpen und Photovoltaik.

Marienhöfe

Projekt Marienhöfe in Berlin-Mariendorf: Visualisierung eines begrünten Platzes, der von eleganten Wohnhäusern und mehreren Shops umgeben ist. Bild mit KI erstellt.

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  • Status: Im Bau
  • Bauart: Neubau
  • Energieoutput: Wärme ca. 5.100 MWh, Kälte ca. 580 MWh
  • Gesamtfläche: 840 Wohnungen plus Gewerbe auf insgesamt 190.000 m² Bruttogeschossfläche
  • Energiekonzept: Wärme- und Kältekonzept mit erneuerbaren Energien
  • Technologie: Abwärme aus Rechenzentrum, Wärmepumpen, Photovoltaik

Wärmenetz neu gedacht 

GASAG Solution Plus realisiert gemeinsam mit der Investa Real Estate im Rahmen des Joint Ventures Data2Heat in Berlin-Mariendorf ein Wärmenetz, das Abwärme aus einem Rechenzentrum für die Wärmeversorgung nutzt. Die Wärme wird auf einer Wärmetrasse von circa 2,5 Kilometern zu den Marienhöfen transportiert.

Die Marienhöfe sind der erste Ankerkunde eines größeren Versorgungsgebiets. Dieses soll mit Abwärme aus dem Rechenzentrum von Nippon Telegraph and Telephone (NTT) versorgt werden, das auf dem ehemaligen GASAG-Gelände im Marienpark angesiedelt ist.

Wohn- und Gewerbequartier in Berlin-Mariendorf

Mit den Marienhöfen entsteht auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs Mariendorf im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ein Wohn- und Gewerbequartier. Es umfasst zwei Bauabschnitte (Nord und Süd) mit insgesamt 190.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Im Bauabschnitt Nord sollen insgesamt 840 Wohnungen mit einer Bruttogeschossfläche von 120.000 Quadratmetern entstehen. Der Bauabschnitt Süd soll als reines Gewerbequartier ausgeprägt werden.

Gebäudentwurf der Marienhöfe Bild mit KI erstellt.

Bild mit KI erstellt.

Im Berliner Stadtteil Mariendorf entsteht bis 2028 eines der größten Neubauquartiere der Stadt. Visualisierung: © Collignon Architektur
Ansicht Marienhöfe von oben. Credit: collignon architektur Bild mit KI erstellt.
Die Marienhöfe umfassen zwei Bauabschnitte mit insgesamt 190.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Visualisierung: © Collignon Architektur

Der Baustart für den Bauabschnitt Nord ist bereits erfolgt. Nach Fertigstellung bietet das Areal den Bewohnerinnen, Bewohnern und ansässigen Gewerbebetrieben eine Wärme- und Kälteversorgung auf Basis von Rechenzentrumsabwärme, Wärmepumpen und weiteren technischen Komponenten.

Wie aus Daten Wärme wird

Das Quartier wird über ein eigenes Wärmenetz versorgt. Die Wärmetrasse erreicht das Gebiet am südlichen Teil mit einem Temperaturniveau von circa 29 Grad Celsius und verläuft dann weiter zur nördlich gelegenen zukünftigen Quartierszentrale. Dort wird die Temperatur der Rechenzentrumsabwärme mit zwei Sole-Wasser-Wärmepumpen auf Nutzwärmeniveau angehoben.

Für die Spitzenlastabdeckung und Redundanz ist ein Elektrokessel vorgesehen. Die jeweiligen Hausanschlussstationen pro Gebäude sind mit Pufferspeichern und Hydraulik für die Übergabe von Wärme und Kälte an das Gebäude ausgestattet. Mehr zur Nutzung von Rechenzentrumsabwärme finden Sie in unserem Magazinartikel.

Die Lieferung von Kälte erfolgt durch dezentrale Kältemaschinen. Diese stehen zusätzlich zu den Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern. Der erzeugte PV-Strom wird primär durch die Kältemaschinen und durch Antriebseinheiten innerhalb der Hausanschlussstationen verbraucht. Überschüssiger Strom aus den Photovoltaikanlagen wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist.

Ein Blick nach vorne

Wärmenetze können verschiedene Wärmequellen erschließen und mehrere Gebäude zentral versorgen. Das Projekt Marienhöfe ist ein Bestandteil des geplanten Versorgungsgebiets in Berlin-Mariendorf. Der Start der Wärmeversorgung unter Nutzung von Rechenzentrumsabwärme ist für das dritte Quartal 2028 geplant.

Für die vorher fertiggestellten Wohneinheiten wird eine Interimsversorgung vorgehalten. Dabei sind die Marienhöfe nur der Anfang. In mehreren Schritten entwickeln wir in Berlin-Mariendorf ein Wärmenetz, das Abwärme nutzt. Es wird sich aus mehreren Rechenzentren speisen und nach Fertigstellung über 5.000 Wohnungen und mehrere Gewerbeansiedlungen mit Wärme versorgen.

Green Buddy Award für das Wärmenetz-Projekt Marienpark

Am 18. Juni 2026 wurde das Wärmenetz-Projekt Marienpark mit dem Green Buddy Award in der Kategorie „Erneuerbare Energien“ ausgezeichnet. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg vergab den jährlich ausgeschriebenen Award bereits zum 15. Mal.

Nach Angaben des Bezirksamts würdigt der Preis unter anderem den Beitrag des Projekts zu einer lokalen, CO2-armen Wärmeversorgung mit Rechenzentrumsabwärme. Die Jury berücksichtigte zudem die Stärkung der regionalen Wertschöpfung sowie die Vorbildfunktion für weitere Wärmenetz-Lösungen im Rahmen der Berliner Wärmeplanung.

Die Auszeichnung ist eine wertvolle Bestätigung für die geleistete Arbeit aller Beteiligten, die mit Fachwissen, Erfahrung und Engagement eine innovative Idee als zukunftsweisendes Projekt umsetzten.

Acht Personen stehen vor dem Haupteingang des GASAG-Gebäudes zu einem Gruppenbild versammelt. Eine weitere Person sitzt vor der Gruppe auf dem Boden. Bild mit KI erstellt.
Das Team. Hintere Reihe v. l. n. r.: Matthias Prenning, Paul Otto, Klaus-Dieter Szafranski, Tim Beling, Kerstin Hein, Florian Stärk, Leon Hagemann und Christian Hirschmeier; vorne: Hannes Kachel

Sie haben Fragen zum Projekt Marienhöfe?

Ein rotblonder bärtiger Mann im dunkelgrauen Rollkragenpullover schaut lächelnd in die Kamera. Der Hintergrund ist grau. Bild mit KI erstellt.

Hannes Kachel

Projektleiter Großprojekte

Unsere Referenzen

Lassen Sie sich von unseren Projekten für die Wohnungswirtschaft inspirieren. Das Spektrum reicht von Neubauten, die einen hohen Anteil ihres Energiebedarfs mit vor Ort erzeugter Energie decken, über Lösungen für Bestandsgebäude bis zu Energiekonzepten für ganze Quartiere.