Drei gewinnt – GASAG Solution Plus liefert mit Energieversorgung der Gesamtschule Hemer Best-Practice-Beispiel der EM-Power-Messe in München.

Vor 35 Jahren waren sie modern und praktisch, heute sind sie ökonomisch wie ökologisch eine Belastung – Nachtspeicheröfen. Mit einem Contracting-Vertrag konnte die Gesamtschule Hemer ihre veraltete Heizung vergangenes Jahr endlich austauschen. Durch die effiziente Dreier-Kombination aus Blockheizkraftwerk (BHKW), Holzpelletheizung und Gaskessel profitieren Stadt und Schule nun dreifach: Weniger CO2-Emissionen, weniger Kosten und viel mehr Komfort.

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Durch einen Contracting-Vertrag konnte die Gesamtschule Hemer ihre alten Nachtspeicheröfen austauschen (Foto: GASAG Solution Plus)

Vielfalt wird großgeschrieben an der Gesamtschule in Hemer, einer Stadt mit über 34.000 Einwohnern südöstlich von Dortmund: Vielfalt unter den gut 1.000 Schülern, Vielfalt bei den Angeboten der Schule – und Vielfalt im Heizungskeller. In den Schulgebäuden, in denen bis ins Jahr 2017 noch 280 Nachtspeicheröfen aus den 70er Jahren unwirtschaftlich und unzuverlässig ihren Dienst taten, sorgen nun ein Blockheizkraftwerk, ein Holzpelletkessel und eine Spitzenlast-Gaskesselkaskade für eine bedarfsgerechte Wärmeversorgung.

Fenster auf, Wärme raus

Rund 22 ct/kWh musste die Stadt für die Wärme aus den Nachtspeicheröfen berappen, etwa dreimal so viel, wie für das Heizen mit Gas oder Holz fällig gewesen wäre. Außerdem war die Technik völlig veraltet. „Wenn man die Wärme in den Räumen regulieren wollte, ging das nur mit Fenster auf, Fenster zu“, erinnerte sich Gabriele Koller, Leiterin der Gesamtschule, die mittlerweile im Ruhestand ist. Trotz der Probleme und hohen Kosten scheiterte eine Komplettsanierung der maroden Heizung stets an den hohen Investitionskosten von über 2 Mio. €, die die Stadt nicht schultern konnte. Nach einem europaweiten Ausschreibungsverfahren, das schon 2014 in Angriff genommen worden war, kristallisierte sich im November 2016 schließlich die Lösung heraus: das Energie-Contracting-Konzept der GASAG Solution Plus GmbH überzeugte die Stadtverwaltung.

Umbau bei laufendem Unterrichtsbetrieb

Im Januar 2017 begann die GASAG Solution Plus mit den Umbauarbeiten. „Es ist ein bisschen aufwändig von der Organisation, aber ich finde es toll, dass die Stadt das in Angriff genommen hat“, deutete Koller die Herausforderungen beim Austauschs des Heizsystems an. Denn damit der Unterricht möglichst wenig gestört wurde, mussten die Handwerker an sechs Tagen die Woche überwiegend während der Ferien und nach Unterrichtsende bis in den späten Abend arbeiten. „Eine sportliche Aufgabe“, meint auch Projektleiter Oliver Eckhardt von der GASAG Solution Plus. Auf über 4 km Länge beziffert er das Nahwärmenetz, das zwischen der neuen Heizzentrale und den Heizkörpern in den sechs Schulgebäuden verlegt werden musste. Tiefbauarbeiten und aufwändige Kernbohrungen waren dafür notwendig. Die Nachtspeicheröfen wurden durch moderne Warmwasserheizkörper ausgetauscht. Weil Wände und Decken aus Beton sind, mussten die Installateure die Rohre in den Fluren und Klassenräumen sichtbar auf dem Putz verlegen. Damit die Küche und die Duschen der Turnhalle nach den Sommerferien nicht kalt blieben, wurde hier eine provisorische Warmwasserversorgung eingerichtet.

Drei Wärmequellen für maximale Flexibilität

Die neue Energiezentrale fand ihren Platz im ehemaligen Luftschutzraum der Schule, den die Schüler jahrzehntelang als Partykeller genutzt hatten. Wo früher die Bässe wummerten, brummen heute ein BHKW mit 84 kWth und 50 kWel Leistung, ein 100 kW Holzpelletkessel und eine Kaskade aus drei Gas-Brennwertkesseln mit jeweils 395 kW leise vor sich hin. Zusammen beheizen sie 13.000 m² Fläche. Das BHKW vom Typ Tuxhorn E 50 S deckt mit seiner Wärme über das ganze Jahr die Wärme-Grundlast ab ebenso wie einen großen Teil des Strombedarfs. Über das Jahr gerechnet, generiert es mit rund 350.000 kWh mehr Strom, als die Schule benötigt (ca. 307.000 kWh). Auch der Pelletkessel steuert, außer in den Sommermonaten von Juni bis September einen hohen Anteil Wärme bei. Die Gaskessel von Remeha decken im Winter die Spitzenlast ab, im Sommerhalbjahr bleiben sie aus.

Damit Schüler und Lehrer nicht mehr die Fenster öffnen müssen, um die Temperatur in den Klassenzimmern zu regulieren, ließ die GASAG Solution Plus in 108 Räumen Einzelraumregelungen einbauen. Eine moderne Gebäudeleittechnik mit Fernüberwachung sorgt für den effizienten Betrieb der gesamten Heizungsanlage.

Geld ausgeben und trotzdem sparen

Für die Stadtverwaltung hat sich der Aufwand gelohnt, für die Umwelt auch. Bürgermeister Michael Heilmann ist froh, dass er die Investitionskosten von 2,3 Mio. € nicht auf einen Schlag schultern musste: „Wir zahlen jetzt zwischen 235.000 bis 245.000 € pro Jahr für die Wärme abhängig von den Verbrauchswerten. Das ist für uns immer noch günstiger, als wenn wir die ganze Investition selbst getätigt hätten.“ Im Vergleich zu den früheren Betriebskosten spart die Stadt rund 11.000 € pro Jahr über die Vertragslaufzeit von 15 Jahren. Die moderne Heiztechnik reduziert die CO2-Emissionen jährlich um 90 %, das entspricht 503 t. Weitere Maßnahmen, wie der Austausch der Fenster und eine Sanierung der Fassade, um die Schule noch energieeffizienter zu machen, sind geplant.

Pünktlich zur Heizsaison Anfang Oktober 2017 ging die Heizung provisorisch in Betrieb, der eigentliche Wärmelieferungsvertrag begann einen Monat später. Schüler und Lehrer können sich seither wieder ohne zu frieren ganz auf den Unterricht konzentrieren, während Schulleitung und Hausmeister sich um Schüler und Schulhaus kümmern können. Die Heizung wird von der GASAG Solution Plus betrieben, gewartet und instandgehalten, und auch den Brennstoffnachschub organisiert der Contractor.

Von Simone Pabst, EM-Power