Hybridheizung in Berliner Winterfeldstraße geht in Betrieb.
Am 28.04 2026 startet in der Winterfeldstraße im Berliner Stadtteil Schöneberg ein neues Kapitel in der Wärmeversorgung. Für das Mehrfamilienhaus aus den 1970er-Jahren setzen GASAG Solution Plus und das Wohnungsunternehmen Gewobag auf eine hybride Wärmeerzeugung aus Luftwärmepumpe und Erdgas-Brennwertkessel.
Das Projekt beweist eindrucksvoll: Auch ein fünfzig Jahre alter Bestandsbau kann fit für die Zukunft gemacht werden – ohne die Gebäudehülle aufwändig zu dämmen, ohne ein Wärmenetz in direkter Umgebung oder die Möglichkeit Erdwärme oder Abwärme zu nutzen.
Effiziente Wärmepumpe senkt Kohlendioxid-Ausstoß
Eine Luftwärmepumpe übernimmt ab sofort die regenerative Grundlastversorgung. Das heißt: Sie deckt den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs mit erneuerbarer Wärmeenergie aus der Außenluft ab.
Der vorhandene Erdgas-Brennwertkessel springt nur noch ein, wenn in Spitzenzeiten mehr Wärme als üblich benötigt wird oder es draußen besonders kalt ist. So entsteht ein Heizungssystem, das zuverlässig arbeitet und CO₂ effizient einspart.
Intelligente Steuerung optimiert Kosten
Ein intelligentes Energie-Management-System koordiniert Luftwärmepumpe und Brennwertkessel und sorgt dafür, dass vorwiegend die Wärmepumpe als kostengünstige und klimaschonende Alternative im Einsatz ist.
Durch eine Optimierung der Heizungsanlage hat GASAG Solution Plus zudem die erforderlichen Vorlauftemperaturen erheblich gesenkt: ein wichtiger Faktor für Effizienz, insbesondere bei älteren Gebäuden.
Ein Pufferspeicher sorgt dafür, dass die Wärmepumpe und der Spitzenlastkessel hydraulisch entkoppelt sind, also getrennt voneinander arbeiten können. Auf diese Weise ist die Wärmepumpe länger und effizienter im Einsatz.
Die hybride Wärmelösung erreicht einen Erneuerbare-Energien-Anteil von rund 70 Prozent. Insgesamt werden dadurch jährlich etwa 22 Tonnen CO₂ eingespart. Das Projekt Winterfeldstraße zeigt, dass die Wärmewende auch mit dezentralen Lösungen im Bestand machbar ist.
Kostenneutralität für Mieterinnen und Mieter
Von Beginn an war klar: Durch die Modernisierung dürfen die Betriebskosten für die Bewohnerinnen und Bewohner der Winterfeldstraße nicht steigen. Deshalb konzentriert sich das Energiekonzept darauf, zusätzliche Kosten zu vermeiden – und das bei gleichbleibendem Komfort. Die Wärmekosten bleiben auch künftig stabil.
Apropos Komfort
Eine spezielle Schalleinhausung der Außeneinheit im Innenhof senkt die Geräusche der Wärmepumpe auf ein Minimum. So bleibt die Nachtruhe gewährleistet, und auch am Tage entsteht keine wahrnehmbare Geräuschbelästigung. Da es keiner nennenswerten Umbaumaßnahmen am Haus bedurfte, können sich die Bewohnerinnen und Bewohner über einen sprichwörtlich lautlosen Übergang in die Wärmeversorgung der Zukunft freuen.